Die elektronische Geldbörse: Definition & Funktionsweise

Jetzt wird das Smartphone auch noch zur digitalen Geldbörse. Aber die Deutschen bleiben scheinbar kritisch. Wer sich nämlich mit den Ergebnissen der von der Unternehmensberatung PwC Strategy& durchgeführten Umfrage befasst, so waren es bislang nur 5 Prozent der Bundesbürger, die schon einmal mit ihrem Smartphone Einkäufe bezahlt haben. Doch dabei handelt es sich nur um eine Momentaufnahme - die Zukunft wird nämlich letztendlich dem Smartphone gehören.

Blickt man nämlich auf das Alter der Befragten, so wird schnell klar, dass die jungen Bundesbürger sehr wohl von diesem neuen Feature begeistert sind. So haben die unter 30-Jährigen bereits angegeben, das Smartphone in naher Zukunft noch öfter verwenden zu wollen, wenn es darum geht, die Einkäufe im Laden zu bezahlen. Hat das Bargeld also ein (bald schon feststehendes) Ablaufdatum?

Warum lieber mit dem Smartphone als mit dem Euroschein bezahlt wird

Doch warum setzt sich scheinbar die digitale Geldbörse durch? Es ist die Einfachheit, die diese neue Möglichkeit des Bezahlens so beliebt macht. Keine Geldscheine mehr, keine Münzen, kein Verzählen beim Retourgeld. Man muss nur die entsprechende App auf seinem Smartphone öffnen, dieses sodann zum Kassenterminal halten und mit Face- oder Touch-ID den Zahlungsvorgang bestätigen. Der Einkauf ist somit innerhalb von Sekunden bezahlt. Zu beachten ist, dass es - je nach Betriebssystem - andere Apps gibt. Für Android stehen Google Pay sowie auch die jeweilige App der Hausbank zur Verfügung. Nutzt man iOS, so kann ausschließlich Apple Pay verwendet werden.

Zu berücksichtigen ist, dass man jedoch ein paar Vorkehrungen treffen muss, bevor man mit seinem Smartphone den Einkauf bezahlen kann. So müssen zu Beginn die Bankdaten hinterlegt werden. Nur dann, wenn in der App Kreditkarten- oder Bankdaten hinterlegt worden sind, kann man sein Smartphone sodann als digitales Portemonnaie nutzen. Denn schließlich muss der Betrag, der dann an der Kassa zu bezahlen ist, auch von irgendwo abgezogen werden.

Doch wie gefährlich ist es, wenn die Bank- oder Kreditkartendaten in der App hinterlegt werden? Gar nicht. Denn im Rahmen des Bezahlvorganges werden keine Daten übermittelt. Hier kommt es zur Generierung von Tokens. Mittels Tokenization werden gerade einmal die ersten sieben Ziffern übermittelt. Die restlichen Ziffern werden bei jeder weiteren Bezahlung neu generiert. Die letzte Ziffer ist zudem immer die Prüfziffer - diese ändert sich natürlich ebenfalls. Somit muss man keine Bedenken haben, von Dritten ausspioniert zu werden.

Der gesamte Bezahlprozess wird durch Einsatz der „Near Field Communication“ (kurz: NFC) möglich gemacht. Möchte man also sein Smartphone zur digitalen Geldbörse umwandeln, so ist darauf zu achten, dass das Gerät einen NFC-Chip hat.

Die Zukunft gehört dem Smartphone

Nokia Lumia Smartphone

In erster Linie sind es natürlich die Jungen, die sich mit der Thematik besonders intensiv befassen. Wirft man beispielsweise einen Blick auf den im Jahr 2019 veröffentlichten „Mobile Payment Report“, der von Seiten der PwC Strategy& veröffentlicht wurde, so wird schnell klar, dass die Zukunft wohl dem Smartphone gehören wird. 46 Prozent der Befragten, die jünger als 30 Jahre alt waren, haben angegeben, schon einmal mit ihrem Smartphone bezahlt zu haben.

Fakt ist: Das Smartphone hat einen ausgesprochen hohen (und fast schon bedenklichen) Stellenwert in unserer Gesellschaft erreicht - heutzutage wird schon (fast) alles mit dem Handy gemacht. Man kann mit dem Smartphone den Kontostand abrufen, Überweisungen tätigen, zahlreiche Informationen in Erfahrung bringen, mit Freunden chatten, Videotelefonieren oder auch Fotos machen.

Fast zwei Drittel wollen mit dem Smartphone bezahlen

69 Prozent der unter 30-Jährigen gaben an, sehr wohl auch in naher Zukunft mit dem Smartphone ihre Einkäufe bezahlen zu wollen. Rund 10 Prozent der über 60-Jährigen haben angegeben, sich demnächst näher damit zu beschäftigen. Es ist also auch eine Altersfrage.

Somit ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sich das Smartphone wohl endgültig als digitales Portemonnaie durchsetzen wird. Schlussendlich ist das auch keine große Überraschung - wenn schon das Interesse an digitalen Währungen steigt, so mag es normal sein, dass auch digitale Portemonnaies an Wichtigkeit gewinnen. Nun scheint die Digitalisierung also endgültig in der Finanzwelt angekommen zu sein.

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